Stromerzeugung – Definition und Begriffserklärung
Bei der Stromerzeugung handelt es sich um die Herstellung von elektrischem Strom aus anderen Energie Formen. Eine Möglichkeit der Stromerzeugung ist die Umwandlung kinetischer Energie oder Bewegungsenergie mit Hilfe eines Generators. Der dadurch erzeugte Strom wird anschließend meist in ein Stromnetz eingespeist und an eine große Anzahl an Verbrauchern weitergeleitet um den Strombedarf zu decken. Ein großer Teil der Stromerzeugung erfolgt in sogenannten Kraftwerken. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder der Begriff Nettostrom auf. Dieser bezeichnet die Differenz zwischen dem gesamten produzierten Strom und dem Eigenverbrauch der Kraftwerke. Bei Kohlekraftwerken liegt der Eigenverbrauch beispielsweise bei etwa 10 Prozent, bei Kernkraftwerken ist dieser mit 5 Prozent etwas geringer.
Die elektrische Energie zählt zu den vielseitigsten Energieformen. Zudem kann sie mit nur sehr wenig Aufwand bzw. Verlust in andere Energieformen umgewandelt werden. Ein Ersatz der elektrischen Energie ist nur sehr schwer oder gar nicht möglich, weshalb diese heute vor allem in der Industrie nicht mehr wegzudenken ist. Eine besonders große Rolle bei der Herstellung der elektrischen Energie spielen die rotierenden, elektrischen Maschinen. Diese Maschinen sind je nach Kraftwerk unterschiedlich aufgebaut. In Wärmekraftwerken wird mit sogenannten Drehstrom Synchrongeneratoren gearbeitet.
Diese gibt es auch in Wind- und Wasserkraftwerken. Dort kommen zudem aber auch noch die Drehstrom Asynchrongeneratoren zum Einsatz. Obwohl der elektrische Strom einen großen Vorteil hat, nämlich relativ schnell, die ganze Erde über ein Verbundnetz mit Strom zu versorgen, gibt es auch einen großen Nachteil. Der elektrische Strom ist nur in vergleichsweise geringen Mengen speicherbar. Nur durch sehr mühsame Umwandlungen oder sogenannten Pumpkraftwerken ist es möglich, etwas elektrische Energie zu speichern und nicht immer genau die Menge erzeugen zu müssen, die auch in diesem Moment benötigt wird.
Die Geschichte der Stromerzeugung
Ihren Durchbruch erlangte die elektrische Energie im Jahre 1882. Damals wurden erstmals Kraftwerke mit elektrischen Generatoren konstruiert. Zuerst wurde noch von zwei separaten Insel Lösungen gesprochen, aber nur kurze Zeit darauf wurden die Wechselstrom-betriebenen Stromnetze entwickelt. Sie hatten den Vorteil, nicht so stark von den einzelnen Kraftwerken abhängig zu sein und erhöhten die Betriebssicherheit damit erheblich. In Deutschland gab es wenige Jahre später zwei unterschiedliche Stromnetze, die unabhängig voneinander arbeiteten, das öffentliche Netz und das Bahnstromnetz für die staatliche Eisenbahn. Während es auch getrennte Kraftwerke gab, wurden vereinzelt auch Kraftwerke mit separaten Generatoren konstruiert, die beide Netze bedienen konnten.
Wer heute Strom beziehen will, hat die Möglichkeit, zwischen fast 900 verschiedenen Stromanbietern zu wählen. Die Stromerzeugung erfolgt heute über unterschiedliche Energieträger. Die Kohle ist nach wie vor mit etwa 44 Prozent der Spitzenreiter, gefolgt von der Kernenergie, Erdgas und der Windkraft. Immer mehr etabliert haben sich in den letzten Jahren auch alternative Energieformen, die sogenannten erneuerbaren Energieformen, die die Energiereserven der Erde nicht mehr oder zumindest nicht mehr in diesem großen Ausmaß belasten sollen wie, das mit den klassischen Formen der Fall ist.
Mobile und lokale Stromerzeugung
Der Begriff Stromerzeugung splittet sich in zwei große Bereiche, die lokale Stromerzeugung und die mobile Stromerzeugung. Unter einer lokalen Stromerzeugung versteht man elektrischen Strom, der dort erzeugt wird, wo er später auch verbraucht wird. Ein sehr gutes Beispiel sind Solarzellen, Brennstoffzellen oder Stromgeneratoren. Die lokale Stromerzeugung wird oftmals auch als Insellösung bezeichnet. Zum Bereich der lokalen Stromerzeugung zählen beispielsweise auch die Fahrraddynamos, die Lichtmaschine im Auto oder Ähnliches.
Zur mobilen Stromerzeugung zählt man all jene Stromproduktionen, die nicht dort stattfinden, wo sie später verbraucht werden. Dazu zählt zum Beispiel das Laden von Batterien oder Akkumulatoren.
Strom ist heute nicht mehr wegzudenken. Es gibt heute kaum noch Haushalte in Deutschland, die nicht mit Strom versorgt werden. Dementsprechend oft wird auch immer wieder von den Strompreisen gesprochen, die natürlich von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch sind. Die Berechnung der Strompreise erfolgt jedoch immer ähnlich. So hängt die Höhe des Preises von der Bezugsmenge ab. Industriestrom, der in der Regel in sehr großen Mengen bezogen wird, ist daher sehr oft erheblich günstiger, als der Strom, den man als Privater über das Stromnetz beziehen kann.
