Die Gaspreise

Als im Jahr 1998 der Markt für Strom und Gas liberalisiert wurde, ließ dies auf sinkende Energiepreise hoffen. Nach zeitweiligen Preisbegradigungen sind die Energiepreise insgesamt jedoch wieder in die Aufwärtsspirale geraten. Der Gasmarkt war von Anfang an nicht so breit gestreut wie der Markt für Strom. Folglich machten sich auch beim Gas weniger positive Preismomente deutlich. Lange Zeit war der Gaspreis auch an die Preisentwicklungen vom Öl gekoppelt. 2010 wurde die Bindung vom Gaspreis an die Ölpreise vom Bundesgerichtshof aufgehoben. Zu einem Stillstand der Erhöhungen von Gaspreisen führte das jedoch nicht.

Bestandteile vom Gaspreis

Wie alle Kosten für Energie, so setzt sich auch der Preis für das Gas aus etlichen Komponenten zusammen. Das sind einmal die Kosten für die Förderung von Erdgas, dessen Transport und der Importpreis für die Nutzung von Erdgas in Deutschland. Erdgas in Deutschland kommt vornehmlich über die großen Pipelines aus Russland. Hinzu kommen die Kosten für die Speicherung von Gas und schließlich die Verteilung über das Gasnetz an die Verbraucher. Diese Preisbestandteile betragen insgesamt rund 71 % der gesamten Kosten. Weitere Bestandteile des Gaspreises sind die Mehrwertsteuer, die derzeit bei 16 % liegt, die Steuer für Erdgas mit einem Anteil von 9 % und die Förderabgabe mit einem Anteil von 2 %.

Damit haben Abgaben und Steuern insgesamt am Gaspreis, der dem Verbraucher berechnet wird, einen Anteil von 29 %. Diesen Berechnungen liegt der Rechnungsstand aus dem Jahr 2008 zugrunde.

Kurz gesagt setzt sich also der Gaspreis aus den Kosten für Erdgas, dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. In den Grundpreis beinhaltet Kosten, wie die Nutzung der Gaszähler der Aufwand für Verwaltung. Der Arbeitspreis unterscheidet sich in der Regel noch nach dem Gasverbrauch in Kilowattstunden. In diesen Komponenten findet der Verbraucher den Preis auf seiner Gasrechnung.

An diesen Bestandteilen kann weder die Art der Wirtschaftlichkeit für Förderung und Transport noch für das inländische Gasnetz etwas ändern. Wenig zu beeinflussen ist auch der Importpreis für das Gas. Zumindest wird dieser auf übergeordneter, zwischennationaler Ebene verhandelt und festgelegt. Was sich lediglich beeinflussen lässt, das sind die Kosten, die für das deutsche Gasnetz aufgebracht werden, für die Instandhaltung, den inländischen Transport, Wartung der Anschlüsse und dergleichen mehr.

Auf dem Gasmarkt sind nicht so viele überregionale Anbieter vertreten wie auf dem Strommarkt. Folglich gibt es noch nicht eine so breite Konkurrenz wie beim Strom. Noch ist zum Beispiel auch das Einspeisen von Biogas und anderen Energieträgern so weit fortgeschritten, dass damit entscheidend auf die Preise Druck auszuüben ist.

Schätzungen von Wirtschaftsexperten zufolge wird sich an der Preisspirale der Gaspreise in absehbarer Zukunft nichts ändern. Wie auf dem gesamten Energiemarkt werden auch die Preise für Gas weiter ansteigen.

Verbraucher haben wichtige Einflussmöglichkeiten

Auch wenn das Feld von verschiedenen Anbietern für Gas für die Verbraucher noch nicht so weit gestreut ist, wie der Markt der Anbieter für Strom, steht doch der Vergleich der Gaspreise und der Wechsel des Anbieter als Einflussmöglichkeit auf den Preis zur Verfügung. Ein zugrunde gelegter Musterhaushalt musste im Jahr 2010 bei einem Verbrauch von durchschnittlich 20.000 Kilowattstunden Gas 1.238 Euro im Jahr bezahlen. Im Jahr beträgt der Preis für eine Kilowattstunde im Durchschnitt 6,19 Cent gegenüber dem Vorjahrespreis von 5.98 Cent. Ungefähr 43 Euro mehr im Jahr hatte der genannte Musterhaushalt also im Jahr 2011 zu zahlen.

Immerhin hat sich auch bei den überregionalen Gasanbietern einiges geändert. Einst war die EON Tochter „E wie einfach“ einziger Gastarifanbieter bundesweit. Jetzt vergrößern auch Energie Anbieter wie Lichtblick, Entega oder Nuon ihre Versorgungsgebiete für Gas. Der Wettbewerb wird also zunehmen. Hinzu kommen schließlich noch die vielen regionalen Anbieter, die eigene Tarife vorstellen.

Auf Perspektive dürfte auch auf dem Sektor Gas der Markt noch stärker in Bewegung geraten. Schon jetzt sind die Möglichkeiten sehr gut, durch den Wechsel des Anbieters auch bei der jährlichen Gasrechnung zu sparen. Sowohl für den privaten wie auch für den gewerblichen Verbraucher von Gas lohnt sich der Preisvergleich. Der Anbieterwechsel ist ein wichtiges Einflussmoment auf die Endpreise.