Wissenswerte Informationen rund um private Krankenversicherungen

Grundsätzlich ist das System der Krankenversicherungen in Deutschland in einen privaten und einen gesetzlichen Zweig zu unterscheiden. Für Arbeitnehmer ist der Abschluss einer Krankenversicherung in Deutschland verpflichtend. Eine solche Krankenversicherungspflicht besteht hingegen nicht für freiberuflich und selbständig tätige Personen. Dieser Personenkreis hat gemeinsam mit Beamten und Studenten die freie Wahl zwischen dem Abschluss einer freiwillig gesetzlichen (GKV) und einer privaten Krankenversicherung (PKV).
Ebenso steht der Abschluss einer privaten Krankenversicherung Arbeitnehmern zur Wahl, deren jährlicher Verdienst die jeweils gültige Pflichtversicherungsgrenze überschreiten konnte. Im Jahr 2011 liegt diese beispielsweise bei 49.500 Euro brutto. Diese Grenze wird Jahr für Jahr aufs Neue vom Gesetzgeber festgelegt.

Generell garantiert eine private Krankenversicherung ihre Leistungsfähigkeit durch das Erheben von Beiträgen, die von Versicherungsnehmern an die jeweilige Versicherungsgesellschaft entrichtet werden müssen. Hierdurch ist jederzeit gewährleistet, dass der jeweilige Versicherungsanbieter über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um den Versicherungsnehmern entsprechende Krankenversicherungsleistungen anzubieten.
Der Sinn und Zweck einer privaten Krankenversicherung ist mit dem der gesetzlichen Krankenversicherung identisch. Der Versicherungsnehmer soll durch den Abschluss einer Krankenversicherung vor Kosten geschützt werden, die durch die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit anfallen. Dies betrifft Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt ebenso wie lebensnotwendige Operationen im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes.
Grundlegende Stütze der Krankenversicherungen bilden die Gesetze im Rahmen der Sozialversicherungen, die bis ins Jahr 1883 zurückreichen. Initiiert wurde das System der Krankenversicherungen durch den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck.

Unterschiede der PKV im Vergleich zur GKV

Eine private Krankenversicherung im Allgemeinen zeichnet sich durch verschiedene Besonderheiten und Unterschiede im Vergleich zu einer gesetzlichen Krankenversicherung aus. Die hauptsächlichen Unterschiede und Besonderheiten der PKV werden im Folgenden näher aufgeführt werden.

Während die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland ihre Beiträge abhängig vom Verdienst des Versicherungsnehmers macht, verhält sich dies bei einer privaten Krankenversicherung komplett anders. Die Höhe des Einkommens des Einzelnen spielt bei der Bemessung der jeweiligen Beiträge im Rahmen einer PKV keine Rolle. Entscheidend für die Beitragshöhe ist hingegen der allgemeine Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Durch die Abfrage verschiedene Gesundheitsfragen verspricht sich die jeweilige Versicherungsgesellschaft, das individuelle Kostenrisiko, das durch den Versicherungsnehmer ausgeht, einschätzen zu können. Dies bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Versicherungsbeiträge im Rahmen einer PKV umso günstiger ausfallen werden, je jünger und gesünder der Versicherungsnehmer ist. Aus diesem Grund bietet sich der Abschluss einer privaten Krankenversicherung vor allem für besserverdienende Personen in Deutschland an. Durch einen Wechsel in die PKV kann der Versicherungsnehmer im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung deutliche Einsparungen erzielen. Natürlich lassen sich die Beiträge, die an den jeweiligen Versicherungsträger der privaten Krankenversicherung entrichtet werden müssen, steuerlich geltend machen. Hierdurch kann der Einzelne letztlich seine individuelle Steuerschuld reduzieren. Das zu versteuernde Einkommen sinkt durch die Angabe der Krankenversicherungsbeiträge für den Versicherungsnehmer entsprechend.

Eine PKV unterscheidet sich jedoch auch im Hinblick auf den Leistungsumfang deutlich von einer gesetzlichen Krankenversicherung. Nicht ohne Grund werben viele Versicherungsanbieter im Rahmen einer privaten Krankenversicherung mit dem Slogan, dass man mit dem Abschluss einer PKV zum „Patienten erster Klasse“ werden könne. Tatsächlich ist der grundlegende Leistungskatalog einer privaten Krankenversicherung als vergleichsweise groß zu bezeichnen. Die Unterbringung in einem Einzelzimmer bei stationären Aufenthalten sowie die Übernahme von Kosten bei Zahnersatz und Sehhilfen sind nur zwei typische Leistungsmerkmale, durch die sich eine private Krankenversicherung auszeichnen kann.

Grundsätzlich ist es im Rahmen einer privaten Krankenversicherung für den Versicherungsnehmer möglich, den jeweiligen Versicherungsschutz nach eigenen Vorstellungen zu individualisieren. Dies bedeutet konkret, dass der Versicherungsnehmer selbst entscheiden kann, um welche Komponenten er den jeweiligen Versicherungsschutz erweitern oder kürzen möchte. Hierdurch erhält der Versicherte individuell angepasste und an seine Bedürfnisse orientierte Leistungen und kann zudem selbst Einfluss auf die Höhe der zu zahlenden Beiträge im Rahmen der PKV nehmen.

Worauf sollte im Rahmen der PKV geachtet werden?

Grundsätzlich mag der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung aus finanzieller Sicht für besserverdienende Personen sehr lohnenswert sein. Dies trifft in der Regel jedoch nur auf Personen unter einem Lebensalter von 55 Jahren zu, die zudem über eine durchschnittliche oder gute Gesundheit verfügen. Für chronisch Kranke und ältere Personen ist der Wechsel in die private Krankenversicherung entweder gänzlich unmöglich oder mit vergleichsweise hohen Versicherungsbeiträgen verbunden, so dass sich für den entsprechenden Personenkreis der Wechsel in die private Krankenversicherung nicht lohnen wird. Freiberuflich und selbständig tätige Personen, die über einen vergleichsweise schlechten allgemeinen Gesundheitszustand verfügen, sollten sich für den Abschluss einer freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden.