Was bedeutet Berufsunfähigkeit?
Das Risiko, aufgrund einer Erkrankung den erlernten Beruf nicht mehr in vollem Umfang ausüben zu können, ist generell höher als bislang angenommen wurde. Die Diagnose Berufsunfähigkeit wird somit mehr Menschen treffen als bislang vermutet wurde. Insbesondere freiberuflich und selbstständig tätige Personen trifft eine Berufsunfähigkeit finanziell besonders schwer, wenn keine private Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden ist. Der Staat stellt in diesem Fall lediglich die finanzielle Grundversorgung des Betroffenen durch ALG-II-Maßnahmen sicher. Es muss nicht weiter erwähnt werden, dass dies für den Einzelnen einen finanziell tiefen Fall bedeutet, der in der Regel einem sozialen Abstieg gleichkommt.
Frauen sind von einer Berufsunfähigkeit im Allgemeinen weniger häufig betroffen, da sie seltener in körperlich anspruchsvollen und riskanten Berufen arbeiten wie Männer. Hierzulande ist zu beobachten, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit oftmals fahrlässig unterschätzt wird. Dies trifft vor allem auf junge Arbeitnehmer und Selbstständige zu, die über eine ausgezeichnete Gesundheit verfügen. Für diese Personen scheint eine Berufsunfähigkeit abstrakt und momentan nicht nachvollziehbar. Dennoch können verschiedene Erkrankungen dazu führen, dass das finanzielle Grundgerüst eines Menschen, das durch Arbeit gesichert wird, schneller als gedacht in sich zusammenbrechen kann.
Der häufigste Grund für das Auftreten einer Berufsunfähigkeit ist eine psychische Erkrankung, wie beispielsweise eine Depression. Hieran schließen sich organische Erkrankungen und Unfälle an.
Warum ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig?
Für alle Personen, die im Jahr 1961 oder später geboren sind, wurde im Jahr 2001 die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente ersatzlos gestrichen. Diese wurde durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt, die jedoch im Schnitt nur 660 bis 760 € monatlich an den Betroffenen auszahlt. Es liegt nahe, dass hierdurch keineswegs die finanzielle Existenz eines Menschen gesichert werden kann, so dass sich der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung im Falle von Berufsunfähigkeit lohnen wird.
Grundsätzlich handelt es sich angesichts der hohen Anzahl an Personen, die ihren erlernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, bei der Berufsunfähigkeit um ein alltägliches Thema. Grundsätzlich ist jede Person vom Risiko betroffen, dem jeweils gewählten Beruf aufgrund einer psychischen oder körperlichen Erkrankung nicht mehr in vollem Umfang nachgehen zu können. Natürlich sind von einer Berufsunfähigkeit manche Berufsgruppen häufiger betroffen als andere. Dies lässt sich vor allem bei Berufen feststellen, die körperlich oder seelisch als sehr belastend einzustufen sind.
Die Gefahr einer Berufsunfähigkeit ist aus statistischer Sicht gesehen für einen Büroangestellten ungleich geringer als für einen Dachdecker oder Zimmermann. Dies betrifft jedoch nur körperliche Erkrankungen oder Unfälle. Psychische Leiden lassen sich hingegen vor allem bei Berufsgruppen feststellen, die vorwiegend im Schichtdienst arbeiten müssen oder beruflich häufig mit dem Leid anderer Personen konfrontiert werden.
Wie man sich vor den Folgen von Berufsunfähigkeit schützen kann
Generell wird eine Person als berufsunfähig bezeichnet, die aufgrund von Invalidität, Unfall oder Krankheit bei der Ausübung ihres Berufes dauerhaft beeinträchtigt ist und dies ärztlich nachgewiesen werden kann. Grundsätzlich ist die Berufsunfähigkeit nicht mit der Erwerbsunfähigkeit zu verwechseln. Dies bedeutet, dass beispielsweise eine Person, die aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr als Handwerker arbeiten kann, dennoch in der Lage ist, beispielsweise in einem Baumarkt als Verkäufer zu arbeiten.
Bei einer expliziten Versicherung gegen Berufsunfähigkeit treten die Versicherung und damit der Leistungsfall bei einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent ein. Diese Berufsunfähigkeit muss durch einen Arzt bestätigt werden. Durch eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist auch eine Erwerbsunfähigkeit mitversichert.
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland definiert Berufsunfähigkeit folgendermaßen: Als berufsunfähig werden Versicherte bezeichnet, deren Erwerbsfähigkeit aufgrund von Erkrankung oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von seelisch, geistig und körperlich gesunden Versicherten mit vergleichbarer Ausbildung und gleichwertigen Fähigkeiten und Kenntnissen auf weniger als sechs Stunden reduziert ist.
Eine Person ist hingegen nicht als berufsunfähig zu bezeichnen, wenn eine zumutbare Tätigkeit über einen Zeitraum von täglich mindestens sechs Stunden ausgeübt werden kann. Die jeweilige Situation auf dem Arbeitsmarkt spielt bei dieser Definition keine Rolle.
Als zumutbare Tätigkeit wiederum werden alle Arbeiten angesehen, für die der Einzelne eine entsprechende Eignung und Qualifikation aufweisen kann. Hierbei ist es unerheblich, ob sich die Qualifikation aus einer Ausbildung oder Umschulung heraus ergibt. Eine Umschulung kann somit unter Umständen dazu führen, dass eine bestimmte Tätigkeit durch den Gesetzgeber als zumutbar eingestuft wird.
Die Träger der Berufsunfähigkeitsversicherungen definieren den Terminus Berufsunfähigkeit als ein Zustand der vorliegt, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund von Körperverletzung, Krankheit oder Zerfalls der eigenen Kräfte voraussichtlich nicht in der Lage dazu ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuführen, die als zumutbar gilt und seiner bisherigen Lebenseinstellung entspricht. Hierbei ist es wichtig, dass die jeweilige Einschränkung, die zu Berufsunfähigkeit geführt hat, ärztlich nachgewiesen wird.
Diese Definitionen verdeutlichen, dass sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Fall der Fälle für den Einzelnen lohnen kann, um die eigene finanzielle Existenz trotz Berufsunfähigkeit sichern zu können.
