Finanzierungen für Jedermann
Finanzierungen sind heute nichts Außergewöhnliches mehr. Fast jeder hat schon mindestens eine Finanzierung in Anspruch genommen oder zumindest einmal darüber nachgedacht. Die Finanzierung ist ein Teilbereich der Finanzwirtschaft. Sie umfasst alle Prozesse von der Beschaffung bis hin zur Rückzahlung finanzieller Mittel, die für vorgesehene Investitionen gebraucht werden. Inbegriffen sind alle erforderlichen Maßnahmen von der Antragstellung bis zur endgültigen Tilgung der Finanzierung und die Gestaltung der Informations-, Zahlungs-, Kontroll- Mitbestimmungs- und Scherungsbeziehungen zwischen Kapitalgebern und Unternehmen.
Bei den Finanzierungen gibt es mehrere Finanzierungsformen, die Kreditfinanzierungen als außenfinanzierte Fremdfinanzierung, Selbstfinanzierung als innenfinanzierte Eigenfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung als außenfinanzierte Eigenfinanzierung und innenfinanzierte Fremdfinanzierung Finanzierung aus Rückstellungen. Diese Finanzierungsformen sind sowohl für Firmen und Unternehmen, als auch für Privatpersonen geeignet. Unter Fremdfinanzierung sind alle Vorgänge zu verstehen, die eine Finanzierung durch verschiedene Kredite ermöglichen. Ein Kreditgeber vergibt eine vertraglich vereinbarte Summe an den Kreditnehmer, zu festgelegten Konditionen, und als Gegenleistung für den zur Nutzung zur Verfügung gestellten Kredit erhält der Kreditgeber Zinsen. Die Finanzierungen unterscheiden sich in kurzfristige und langfristige Kredite.
Die am meisten in Anspruch genommenen kurzfristigen Kredite sind Lieferantenkredite, Kundenkredite und Ratenkredite, die in einer Laufzeit von 6 bis 12 Monaten zurückgezahlt werden. Wegen der kurzen Laufzeit ist die Kreditsumme relativ klein und die Zinsen sind gering. Dadurch lässt sich der Kredit natürlich auch leichter zu festgelegten Ratenzahlungen zurückzahlen. Langfristige Kredite sind Finanzierungen mit einer hohen Kreditsumme und demzufolge auch höheren Zinsen.
Viele Finanzierungsmöglichkeiten
Die allgemein gebräuchlichsten Finanzierungen sind Ratenkredite als standardisierte Bankprodukte, die seit Mitte der 50iger Jahren angeboten werden. Sie werden auch als Anschaffungsdarlehen oder Konsumentenkredit bezeichnet und werden von Banken, Sparkassen und Kreditinstituten als Darlehen an Privatpersonen vergeben. Einen Ratenkredit erhält nur wer Volljährig ist, über ein eigenes Konto verfügt und ein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann. Bei Vertragsabschluss werden die Höhe, die Laufzeit und der Zinssatz sowie die monatlich gleichbleibenden Rückzahlungsraten festgelegt.
Die Höhe bei Ratenkrediten liegt zwischen 1.000 und 75.000 Euro bei einer Laufzeit von maximal 84, selten bis zu 120, Monaten. Als Sicherheiten sind Lohn- und Gehaltsabrechnungen ausreichend. Ist damit aber die Bonität nicht gewährleistet, kann die Bank vom Kreditnehmer zusätzlich einen Bürgen verlangen. Ein Bürge kann für die Rückzahlung der Finanzierungen haftbar gemacht werden, wenn der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. In den monatlichen Rückzahlungsraten sind die Kredittilgung, Zinsen und Gebühren enthalten. Die Zinsen werden an der Höhe und der Laufzeit der Finanzierung errechnet. Dabei gilt, je länger die Laufzeit ist, desto höher fällt der Zinssatz aus.
Nicht alle Ratenkredite sind an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Gerade für Autobanken sind Ratenkredite jedoch das wichtigste Produkt. Da die Banken ihre Ratenkredite zu unterschiedlichen Konditionen und Zinsen anbieten, ist ein Vergleich mit einem Vergleichsrechner unausweichlich. Schon geringe Prozentpunkte bei den Zinsen können sich auf die Rückzahlungssumme negativ auswirken. Mit dem richtigen Angebot jedoch kann durch niedrigere Zinsen viel Geld gespart werden.
Darlehen als Finanzierungen für Wohneigentum
Ein Darlehen wird auch als Kredit bezeichnet, der mit Zinsen zurückgezahlt werden muss. Mit einem Darlehen gibt der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer Geld oder andere vertretbare Sachen. Der Darlehensnehmer verpflichtet sich, das Geld oder Sachen der gleichen Art in Menge und Güte zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt zurückzugeben. Die Hauptmerkmale für ein Darlehen sind seine lange Laufzeit und das es in einem Betrag zur Auszahlung kommt. Die Tilgung kann zu einem bestimmten Zeitpunkt komplett erfolgen. Aber das Darlehen kann auch in Raten auf Grundlage eines Tilgungsplanes zurückgezahlt werden.
Darlehen werden gern für große Anschaffungen, Wohneigentumserwerb oder Um- und Ausbau von Wohnraum aufgenommen. Weitere Finanzierungen für Immobilien sind das Annuitätsdarlehen, Tilgungsdarlehen und Bauspardarlehen. Das Annuitätsdarlehen wird in gleichbleibenden Rückzahlungsraten zurückgezahlt. Die Höhe ist über die gesamte Laufzeit gleichbleibend, weil sie sich aus dem Tilgungs- und Zinsanteil zusammensetzt. Mit jeder monatlichen Rate wird ein Teil der verbleibenden Restschuld getilgt. Dadurch verringert sich natürlich der Zinsanteil auf das Darlehen monatlich, sodass am Ende der Laufzeit die Kreditschuld komplett getilgt ist. Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgung über die Laufzeit konstant. Da die Zinsen jeweils aus dem verbleibenden Kapital errechnet werden, sinken sie nach jeder Rückzahlungsrate und diese sinkt dadurch monatlich. Finanzierungen über ein Bauspardarlehen erfolgen über einen Bausparvertrag, in den eine bestimmte Summe eingezahlt werden muss.
Ist der Bausparvertrag voll, wird das Bauspardarlehen nach der Zuteilung der Bausparsumme an den Bausparer ausbezahlt. Es darf jedoch nur zu wohnungs- wirtschaftlichen Zwecken, also für Immobilien, verwendet werden. Alle Finanzierungen unterscheiden sich voneinander und dennoch sollten sie vor Inanspruchnahme mit- und gegeneinander verglichen werden, denn nur so lässt sich die idealste und auch günstigste Finanzierung finden.
