Wie die aktuelle Situation entstanden ist

„Die Rente ist sicher.“ Dieser legendäre Satz hat mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel. Er ist, obwohl seine Aussage seitdem kein bisschen richtiger geworden ist, noch genauso aktuell wie damals. In Sicherheit kann sich kaum jemand wiegen, denn die Sicherung einer halbwegs komfortablen sozialen und finanziellen Versorgung im Alter geht fast jeden an. Das Rentensystem, das während der vergangenen Jahrzehnte mehr oder weniger gut funktioniert hat, kommt zunehmend an seine Grenzen. Es wird in seiner jetzigen Form auch nicht weiter bestehen können. Zahlreiche Anläufe zur Änderung hat es bereits gegeben, denn dies ist ein hoch sensibles Thema. Worin liegt das Grundproblem?

Als die Alterspyramide noch tatsächlich wie eine Pyramide oder ein richtiger Tannenbaum aussah, lag die Geburtenrate um ein Vielfaches höher als heute. Familien mit mehreren Kindern – auch weil die Kindersterblichkeit höher war – bildeten die Regel, während sie heute schon fast Exoten sind. Auf einen alten Menschen kamen mehrere junge, die arbeiteten und in die Rentenkasse einzahlten. In solchen Phasen, als die Wirtschaft florierte, standen somit auch reichlich Mittel zur Verfügung, um die Rentner nach einem langen Arbeitsleben mit einer guten Pension zu belohnen. Zudem hatten viele den Krieg miterlebt und sollten wenigstens einen angenehmen Lebensabend verbringen können. Wirtschaftliche, politische und technische Veränderungen sorgen bis heute für einen tief greifenden Wandel des Berufs- und Privatlebens.

Die Zahl der Geburten sank ständig weiter, während auf der anderen Seite immer mehr Menschen aus dem Arbeitsleben ausgeschieden waren und einen Anspruch auf Rente erworben hatten. Hinzu kamen die steigenden Ausgaben für Transferleistungen wie Sozialhilfe oder später Hartz IV. Einer immer größeren Anzahl von Leistungsempfängern steht nun eine geringere Zahl derer gegenüber, die die Grundlage für solche Leistungen erwirtschaften müssen. Steigende Beiträge und bescheidenere Rentenerhöhungen werden nur bis zu einem bestimmten Grad hingenommen.

Altersarmut oder Panikmache

Nicht in jedem Fall droht der Bürger im Alter gleich, am Hungertuch zu nagen. Es ist aber richtig, wenn das eigene Einkommen, die weitere Sicherheit der Einkünfte sowie der Umfang von Einzahlungen überprüft werden. Wer zum Beispiel als Arbeitnehmer zu den „Besserverdienenden“ gehört oder als Firmenmanager richtig gute Einkünfte erzielt, braucht sich nicht von Existenzängsten jagen zu lassen. Allenfalls stellt sich nach dem Ende des aktiven Berufslebens nur die Frage, wie der bisherige hohe Lebensstandard gehalten werden kann. In vielen Fällen werden jedoch mittlere bis relativ niedrige sozialversicherungspflichtige Einkommen erzielt. Die davon abgehenden Beiträge zur Rentenversicherung sind damit geringer.

In Folge dessen wird auch keine besonders hohe Anwartschaft auf die Rente aufgebaut und der ausgezahlte monatliche Betrag nach dem Erreichen des Rentenalters ist entsprechend kleiner. Es ist nicht sinnvoll, wegen dieser Tatsache in Panik zu geraten. Oft entfallen mit Ende des Berufslebens auch vielfältige Zahlungsverpflichtungen, sodass bei allenfalls moderaten Einschränkungen eine weitere, den eigenen Ansprüchen angemessene Lebensführung möglich ist.

Dennoch dürfen nicht die Augen vor der Tatsache verschlossen werden, dass häufig die gesetzliche Altersvorsorge allein doch nicht ausreicht und es in den letzten Jahren finanziell recht eng wird.

Bevor eine Lücke klafft, sind Eigeninitiative und Vergleich gefragt

Auf Beteuerungen über die Sicherheit von staatlichen Leistungen zur Versorgung im Alter sollte sich niemand mehr verlassen. Gesetzliche Grundlagen bestehen zwar nach wie vor, aber sie allein werden nicht länger ausreichen. Darüber sollten sich am besten schon junge Menschen im Klaren sein und beizeiten Vorsorge treffen. Wer es ein Leben lang schafft, in gut bezahlten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zu stehen, hat gewissermaßen schon mehr als die „halbe Miete“ rein. In vielen Fällen bietet sich seitens des Arbeitgebers auch das Einzahlen in ein betriebliches Programm zur Altersvorsorge an.

Das schafft mehr Nähe zum Unternehmen und gibt Sicherheit. Verschiedenste Modelle zum Sparen und Anlegen von Geld werden sich ebenfalls im wörtlichen Sinn auszahlen. Dafür stehen die Berater der Banken sehr gern zur Verfügung. Schließlich ist eine gezielte private Altersvorsorge von großer Bedeutung. Die führenden Geldinstitute bieten individuelle und vielfältige Spar-, Anlage- und Einzahlprogramme für den Ruhestand an. Aus diesem Grund kann sich ein Vergleich jederzeit lohnen. Die Palette der Angebote ist vielfältig und auch ganz auf das Sicherheitsbedürfnis oder die Risikobereitschaft des Einzelnen zugeschnitten.

Die bekanntesten Vorsorgeprodukte sind Sparpläne mit Aktienfonds, Wohneigentum, Lebensversicherungen oder die Riester- und Rürup-Rente. Teils engagiert sich hier sogar der Staat mit. Wer über Jahre oder am besten Jahrzehnte hinweg in ein solches Vorsorgeprodukt investiert, kann sich am Ende oft über einen ganz ansehnlichen Betrag freuen, wenn die Auszahlung fällig wird. Bei anderen Produkten kommt die Zusatzrente in Form einer monatlichen Zahlung im Portmonee der Bürger an. Darum sollte niemand zögern, sich beraten zu lassen. Ein Lebensabend ohne verzichten zu müssen ist es allemal wert.