VDSL ist die Zukunft

Kaum ein Internetnutzer möchte heute mehr auf seinen DSL Anschluss verzichten. Mit dem DSL hat sich die Internet-Surf-Geschwindigkeit deutlich gegen die analoge und digitale Nutzung des Telefonnetzes durchgesetzt, verändert und verbessert. Außerdem kam mit DSL auch mehr Flexibilität, denn Internetnutzung und Telefonie können parallel zueinander ausgeführt werden. Während für die private Nutzung des Internets für so manchen Nutzer eine niedrigere Übertragungsgeschwindigkeit ausreicht, ist für viele private und geschäftliche Nutzer eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit unverzichtbar geworden. Natürlich haben bereits einige DSL Anbieter darauf reagiert und erfolgreich nach einer neuen Lösung gesucht.

Sie heißt VDSL, Very High Speed Digital Subscriber Line. Bei VDSL handelt es sich um eine weitere DSL-Technik, die in der Lage ist, deutlich höhere Datenübertragungsraten über die gebräuchlichen Telefonleitungen liefern zu können als ADSL oder ADSL2+. Momentan gibt es zwei VDSL-Standards, VDSL1 und VDSL2, die von der internationalen Fernmeldeunion festgelegt wurden. Bei VDSL wird im Gegensatz zu DSL das Signal über Glasfaserkabel bis zum Kunden übertragen. Auch für VSDL werden für das letzte Stück der Übertragungsstrecke Kupferleitung genutzt. Doch je länger die Kupferleitung bis zum Kunden ist, umso schwächer werden auch die Signale.

Die Übertragungsrate bei VDSL liegt zwischen 250.000 und 500.000 kBit/s. Da Glasfaserkabel aber bei weitem nicht überall in Deutschland verlegt ist, können nicht alle VDSL für sich nutzen. Glasfaserkabel ermöglichen eine viel bessere und auch stabilere Verbindung und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass irgendwann einmal die alten Telefonleitungen durch die neuen VSDL-Kabel ersetzt werden. Derzeit kann in 27 Städten VSDL empfangen werden.

VDSL1 kam zuerst

In VDSL1 ist die neueste Technik vereint. Wer VDSL hat, kann Übertragungsgeschwindigkeiten von etwa 52 Mbit/s in Empfangsrichtung erhalten. Dem sind 11 Mbit/s in die Senderichtung entgegen zu halten. Doch mit der Länge der Anschlussleitung sinkt die Übertragungsbreite. Bei nicht mal einem Kilometer Entfernung sinkt die große Datenübertragungsrate schon auf 5,5 Mbit/s und bereits bei etwa zwei Kilometer Entfernung wird nur noch das ADSL Niveau erreicht. Deshalb darf der Abstand zwischen der Vermittlungsstelle und dem Anschluss des Kunden-Endgerätes nicht zu groß sein. VDSL2 wiederum basiert auf dem Discrete Multitone Übertragungsverfahren. Bei einer Grenzfrequenz von 30 MHz können Übertragungsraten von maximal 100 Mbit/s im Up- und Downstream erreicht werden.

Der VDSL Stand wurde 2005 eingeführt und von der internationalen Fernmeldeunion verabschiedet. Er basiert auf dem ADSL2+ Standard, zu dem er abwärtskompatibel ist. Des Weiteren wurden Möglichkeiten umgesetzt, zur gleichen Zeit auch mehrere virtuelle Verbindungen über physische Verbindungen zu realisieren, um IPTV-Daten priorisieren zu können. Das Ziel der Entwicklung von VDSL und dem Nachfolgestandard VDSL2 war es, in Zukunft auch Triple-Play-Dienste anzubieten. Unter Triple-Play-Dienste sind die Zusammenführung des Telefondienstes in der Form von Analog-/ISDN, auch IP-Telefonie, breitbandigem Internet und IPTV zu verstehen. In einigen Ländern wurde VDSL2 bereits im Fernunterricht und Video-on Demand erprobt.

Die Nutzung von VDSL

Je nach Hersteller und Bandplan benutzt VDSL maximal vier Frequenzen. Dabei werden QAM oder DMT als Leitungscode verwendet. Sie sind zwar nicht kompatibel, bieten aber eine vergleichbare Leistung. VDSL1 wird überwiegend für die Internet-Anbindung genutzt, dennoch konnte es sich noch nicht weltweit durchsetzen. Dennoch bietet VDSL eine neue Qualität und Geschwindigkeit, die, wo es heute schon möglich ist, von vielen Kunden genutzt werden. Das Laden von Musik, Filmen oder Potcats dauert nur Sekunden und auch die Bildergalerie ist sofort aufgebaut. Internet-TV und Videotelefonie können gleichzeitig durchgeführt werden. Wer diese Vorteile genießen möchte und die technischen Voraussetzungen dafür mitbringt, sollte sich jedoch auch mit der Kostenfrage auseinandersetzen.

Für VDSL werden bereits Flatrates angeboten, die jedoch im Preis etwas höher sind als die für DSL. Bisher gibt es nur einen Anbieter, der VDSL Flatrates nur fürs Internet anbietet. Bei allen anderen Anbietern ist eine Flatrate für die Telefonie im Paket enthalten. Um jedoch den richtigen Anbieter mit den gewünschten Konditionen zu finden, sollte ein VDSL Vergleich gemacht werden. Ein Vergleich zeigt die Unterschiede der einzelnen Anbieter auf und bietet zudem eine freie Entscheidung. Doch allen voran muss die Prüfung der Verfügbarkeit von VDSL stehen, sonst nützt die beste Flatrate nichts